Wie Bäume wurzeln haben, so bin auch ich verwurzelt. Diese Wurzeln fließen direkt oder indirekt in jedes meiner Objekte ein. 

Die Rhön & Unterfranken

Die Rhön wird schon seit vielen Jahrhunderten durch Menschenhand geprägt, gestaltet und wurde oft auch weniger sanft behandelt. Es findet sich kaum ein Quadratmeter, der nicht schon einmal umgegraben, beackert, gerodet oder aufgeforstet wurde. Diese Aktivitäten haben vielerorts ihre Spuren hinterlassen und das charakteristische Landschaftsbild der „Offenen Fernen“ geprägt, wie z.B. auf den kahlen Matten der Hochrhön.

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Wer seinen Blick über die Kuppen der Rhön schweifen läßt, spürt förmlich, dass sich vor ihm eine Landschaft ausbreitet, die typisch vulkanischen Ursprungs ist

Bisher wurden ungefähr 500 Durchbrüche festgestellt, was darauf schließen läßt, dass in dieser Landschaft eine sehr rege vulkanische Tätigkeit herrschte. Das diese Ereignisse einer sehr jungen Periode unserer Erdgeschichte angehören, verrät uns das zu Basalt oder Phonolith erstarrte Magma.

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Vor 1 Millionen Jahren kamen die ersten Menschengruppen zu uns in die Rhön. Sie siedelten in den Gebieten, wo sie Wasser und Schutz fanden.

Nach und nach veränderten sie durch Rodung des Waldes die Landschaft. Alle haben sie uns Zeugnisse ihrer Geschichte hinterlassen. Z.B. Urnenfelder, Hügelgräber oder Oppida – das sind Wehrburgen, die oft auf den Kuppen unserer Berge standen.
Die Rhön war von vielen Völkern besiedelt, darunter die Kelten, Chatten, Hermunduren und Markomannen. Sie hinterließen uns die Landschaft, die wir heute noch kennen.

Die Rhön galt früher als das Land der armen Leute. Die Menschen lebten vorwiegend von der Landwirtschaft und mussten sich durch handwerkliche Nebentätigkeiten ein Zubrot verdienen. Die Winter in der Rhön waren lang und die Bauern hatten in dieser Zeit nicht so viel zu tun, wie im Sommer. Zur Aufbesserung der Haushaltskasse fertigten sie Schnitzereien in allen Formen an. Vielleicht kennt man die handgeschnitzten Faschingsmasken. Man kann sie noch heute in der Faschingszeit in vielen Ortschaften der Rhön sehen.

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Wald in der Rhön

Man stelle sich einmal vor, die Wälder der Rhön wären von jeglicher menschlichen Einflussnahme verschont geblieben. Die Region wäre vielleicht um einige Waldarbeiter reicher, aber mit Sicherheit um einige Attraktionen ärmer.

Die Wald und die Waldverteilung in der Rhön sind, wie überall in Deutschland, Menschenwerk. Dabei wurde zuweilen ein regelrechter Kampf gegen den Wald geführt. Denn mangels erschlossener Baugebiete musste jeder, der sesshaft werden wollte, zunächst den ihn an seiner beabsichtigten Bautätigkeit hindernden Wald beseitigen.

Erste Besiedelungsversuche unternahmen bereits die Kelten ca. 1000 v.u.Z. ihre, zu Verteidigungszwecken angelegten Ringwälle sind auch heute noch zu finden. Aus dieser Zeit könnte auch der Name der Rhön stammen – „Roino“ – was Berg oder Gebirge bedeuten soll.

Die Wälder blieben in ihrer Ausdehnung und in ihrem Charakter aber unverändert. Dies änderte sich erst um das Jahr 1000 u.Z. Der Salzforst, ein nahezu geschlossenes Waldgebiet, das weite Teile der Bayerischen Rhön bedeckte, wurde von Kaiser Otto III. dem Würzburger Bischof geschenkt. Dieser nun wiederum ermunterte seine Untertanen, die Rhöner Wälder in einen etwas besucherfreundlicheren Zustand zu versetzen. So kam es ab dem Jahr 1000 zu mehreren Siedlungs- und folglich auch Rodungsperioden. Ganz selbstlos war das Ansinnen der Bischöfe natürlich nicht, als sie zur Besiedelung der Rhön aufriefen. Wer siedelte und den Boden bearbeitete, hatte den Ertrag natürlich mit den Würzburger Bischöfen zu teilen. Auch wenn die Bischöfe inzwischen anderen Herrschern weichen mussten – das Prinzip an sich hat die Jahrhunderte überdauert.

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